erfolgreiches Projekt
Erfahrungsbericht von Ann-Katrin Schmidt

„Ein Leben ohne Musik ist ein Leben ohne Sonne“
Genau dieser Grund bringt Menschen dazu Musik zu machen und auch ich erlebe dieses Phänomen jeden Tag aufs Neue. Wenn man Musik selbst macht, merkt man es noch viel intensiver und genau aus diesem Grund mache ich dies seit ca. 14 Jahren. Begonnen hat alles mit der guten alten Blockflöte, der ich 12 Jahre, durch ständigen Unterricht, treu blieb. Dazwischen mischte dann zusätzlich ein wenig Gitarre und Gesang mit.
Als Thomas Zeller mich während einer Bandprobe gefragt hatte, ob ich mir vorstellen könnte bei einem Junglehrerprojekt von Papageno mit zu machen, hat mich dies sofort begeistert. Kindern eine Möglichkeit zu geben auch günstig ein Instrument ihrer Wahl zu erlernen und so die Liebe zur Musik zu entdecken, fand ich eine sehr schöne Idee und wollte helfen dies in die Realität umzusetzen.
Kurz Zeit später hatten sich auch schon drei lernfreudige Schülerinnen gefunden, die stets mit vollem Elan Blockflöte spielen lernen wollten. Es war schön zu sehen, wie schnell und auch wie einfach man solchen begeisternden Kindern etwas lehren konnte. Auch wenn manchmal die Motivation bezüglich des Übens zu Hause zu kurz kam, so waren sie doch im Unterricht immer mit sehr viel Freude dabei. Aus dem anfänglich zugegeben etwas komischen fiepen wurde schnell, wie man so schön sagt, „disziplinierter Lärm“ und auch zwei stimmige Stücke könnten die drei nach kurzer Zeit schon spielen. Auffällig war vor allem, dass die doch sehr quirrlichen drei Flötenmäuse von Zeit zu Zeit, während des musizieren, immer ruhiger wurden. Sie konzentrierten sich mehr und länger und so konnte man auch einmal einen Auftritt wagen. Man muss dazu sagen, dass sie schon nach ca. einem Monat das erste Mal vor Publikum standen und das haben sie wirklich toll gemeistert. Ich habe es an mir selbst gemerkt, dass es sehr wichtig ist, dass Kinder früh lernen sollten vor einer großen Menge Menschen zu stehen, um ihre Aufregung und Angst zu verlieren. Die Zahl an Auftritten wurde mehr und die Kinder waren immer gelassener. Selbst bei unserem kleinen Fernsehdreh und Interview zeigten sich „meine“ Mäuse souverän, als würden sie dies ständig tun. Umso besser alles auf Anhieb klappte, sei es nur das Spielen vom Blatt oder die Fingerfertigkeit, umso schludriger würde die Kleinen. Sie strapazierten so auch öfters einmal meine Geduld. Jedoch bemerkten die drei schnell, dass sie so nicht weiter kommen würden. Die Stücke wurden schwieriger und der Unterricht bestand eine kurze Zeit lang hauptssächlich aus Üben von einigen Takten, was die kleinen gar nicht so spannend fanden, sie aber wieder zum Üben brachte. Zwei meiner Mäuse entschieden sich dann doch nach einiger Zeit ein anderes Instrument zu lernen und es freute mich, dass sie weiterhin so fleißig Musik machen wollen. Blockflöte spielen ist oft nur für den Einstieg gedacht, jedoch würde ich sagen, dass es auch nicht dringend notwendig ist, mit Blockflöte an zu fangen. Wenn ein Kind nicht Blockflöte spielen lernen möchte, sondern lieber Gitarre oder Klavier, warum sollte man es dazu zwingen mit der Blockflöte anzufangen und dadurch vielleicht riskieren, dass es den Spaß am Musizieren verlieren. Hilfreich kann es jedoch auf alle Fälle sein. Vor allem wenn die Kinder noch sehr klein sind und man vor der Entscheidung steht ein teures Instrument zu kaufen, ohne zu wissen, ob es sich überhaupt lohnt.
Dies war jedoch bei diesen drei nicht der Rede wert. Schließlich kann man auch an mir sehen, dass einige der Blockflöte stets treu bleiben. Auch bekam ich vor ca. einem halben Jahr noch ein weiteres Mädchen dazu, welches so fleißig übte und dadurch so schnell lernte, dass ich erstaunt war und es mir sehr viel Spaß machte mit ihr zu üben und zu lernen.
Ebenso wichtig, ist es, das Engagement von Thomas Zeller hier zu erwähnen. Ohne Ihn hätte ich dies nicht so gut meistern können. Egal was es für Probleme bezüglich der Organisation oder anderem gab, er versuchte stets zu helfen und eine Lösung zu finden. Insgesamt kann ich sagen, dass zumindest bezüglich der Blockflötengruppe dieses „Experiment“ Junglehrer sehr gut geglückt ist. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich dies gerne noch eine ganze Weile weiter gemacht. Doch auch für mich geht mein Leben nach dem Abitur nun weiter und ich kann nur meinen Flötenkindern und Papageno für diese tolle Zeit und die reichlichen Erfahrungen die ich sammeln durfte danken! Natürlich möchte ich hier noch den Eltern der Kinder danken, die mir stets ihr vollstes Vertrauen geschenkt haben und mich ebenfalls immer unterstützten. Die Zeit wird für mich unvergesslich bleiben und ich hoffe, dass „meine Mäuse“ auch weiterhin ihren musikalischen Weg gehen werden, auch wenn sie vielleicht nicht, wie schon erwähnt, bei der Blockflöte bleiben werden.
.....und was sagt die Presse dazu:
 
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